05.07.2019

Internationale Militärbeobachter - Ausbildung im Wahllokal

In internationalen Friedenseinsätzen arbeiten Zivile Organisationen, Militär und Polizei meist eng zusammen. Dieser Ansatz des „Vernetzten Handelns“ im internationalen Krisen- und Konfliktmanagement wird auch in den regelmäßigen „Blue Flag Übungen“ des VN-Ausbildungszentrums der Bundeswehr Hammelburg praktiziert. So nahmen auch 2019 wieder zwei ZIF-Experten (sowie zwei Polizisten) als Rollenspieler an dem Lehrgang für internationale Militärbeobachter im Raum Lindau/Oberallgäu teil.

Für die 41 Lehrgangssteilnehmenden aus 27 Nationen stellt das Handlungstraining vom 28. Juni bis 4. Juli den Höhepunkt der Ausbildung zum „Military Expert on Mission“ dar.

In diesem Jahr konnten - basierend auf der Initiative der Vereinten Nationen „Frauen, Frieden und Sicherheit“ - 25 Soldatinnen an der Übung teilnehmen.

An der multinationalen Abschlussübung „Blue Flag / Fo(u)r Peace Central Europe“ sind neben Deutschland auch die Partnernationen Österreich, Schweiz und die Niederlande beteiligt.

Die Lehrgangsteilnehmer sehen sich im Rahmen der mehrtägigen Übung realitätsnahen Einsatzszenarien gegenüber. Dieses Jahr stand u.a. zum ersten Mal ein Vorfall in einem Wahllokal auf dem Programm und damit ein typischer Einsatzort für ZIF-Wahlbeobachter. Ein illegal geöffnetes Wahlbüro mit diversen Verstößen gegen internationale Wahlprinzipien, und bewaffneten lokale Soldaten, die Wähler an der Wahl hindern - damit sahen sich die Teilnehmer konfrontiert.

Dass eine enge Zusammenarbeit mit den anwesenden zivilen Experten für Wahlbeobachtung zum Erreichen der Ziele ausgesprochen hilfreich ist, hatten die Teilnehmer schnell herausgefunden. Ein Prinzip, das man – auf ausdrücklichen Wunsch der Führung - auch in zukünftigen Missionseinsätzen stärker thematisieren und einbringen wird.

 

Gerd Gersbeck und Janina Markewitsch