Andrea Stäritz

Andrea Stäritz

Seit 2004 Kurz- und Langzeit-Wahlbeobachterin für OSZE und EU

„Wahlen messen den demokratischen Pulsschlag einer Gesellschaft. Als Wahlbeobachterin bin ich dabei, wenn der Puls schneller schlägt.“

Stationen:

  • Diplom-Studium Sonderpädagogik und Zweitstudium Friedens- und Konfliktforschung.
  • Sozialarbeit, Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Auslandseinsätze: Als LTO 2012 im Senegal. Zuvor in Tunesien, Niger, Elfenbeinküste, Togo. Als Media Expert in Sambia, Nigeria, Kirgisistan. Als MTO in DR Kongo. Als STO in der Ukraine, Belarus, Georgien.
  • ZIF-Expertin seit 2003, Einstieg als Medienexpertin.
  • Perspektive: Einsatz als Medien- und Wahlexpertin bei der UN.

Als Wahlbeobachterin verfolge ich den Verlauf von Wahlen und sammle Informationen für deren Beurteilung. Jede Mission besteht aus einem Team mit Experten aus den Bereichen Wahlen, Justiz, Medien und Politik sowie Langzeit- (LTO) und Kurzzeit¬beobachtern (STO). Während die Kurzzeitbeobachter lediglich zur Verstärkung am Wahltag anreisen, recherchieren und analysieren die Experten und ihre LTOs die Vorbereitung und Durchführung der Wahlen über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Der wichtigste Bezugspunkt für die LTOs sind die Wahlkommissionen und die politischen Parteien. Zusätzliche Meinungen werden von Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Frauenvertretern oder Gewerkschaften als Stimmen der Zivilgesellschaft eingeholt. Die Beobachtungen am Wahltag selbst sind standardisiert. LTOs wie STOs bewerten anhand von Fragebögen die Einhaltung internationaler Richtlinien. Unsere Analysen und Empfehlungen fließen in die Wahlhilfe-Programme von EU und OSZE ein.

Warum Wahlbeobachtungen? Hier kann ich meinen Beitrag zu Demokratisierung und Friedenssicherung leisten. Zu Wahlzeiten steht die Demokratie auf dem Prüfstand, die Stimmung vor Ort ist oft aufgeheizt, die Versuchung zu manipulieren oder zu betrügen ist groß. Als Wahlbeobachterin habe ich die ungewöhnliche Chance, diese Spannung mitzuerleben.

 

Meine größte Herausforderung ist die Arbeit in einem immer neuen Team. Die Missionen werden meist sehr kurzfristig anberaumt, Teams nach Nationalität und Erfahrungen zusammengestellt, Einsätze spontan verkürzt oder verlängert. Hier ist absolute Flexibilität, Gelassenheit und eine gute Prise Humor gefordert. Der Einsatz als Wahlbeobachter gilt als ehrenamtliche Tätigkeit. Wahlmissionen bieten zwar außergewöhnliche Erfahrungen, aber keine berufliche Perspektive, da die Einsätze jeweils nur wenige Tage (STO) oder 6 bis 8 Wochen (LTO) dauern.